
Deine Zeitreise beginnt gleich am Eingang, nachdem du durch den Gang durchschritten hattest, sobald du die Tür erreicht hast. Auf dem Türrahmen, verziert mit charakteristischen Renaissance-Motiven wie den Zahnfriesen des Gesimses, ist das Baujahr kunstvoll in Stein gemeißelt: 1550.
Und das Holz der Tür, die du gerade geöffnet hast, stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es ist, als würdest du durch ein echtes Tor der Zeit schreiten, das dich augenblicklich in eine andere Epoche versetzt.

Mit seinen Steingewölben ist der Keller, in den du über die Treppen zu deiner Linken hinuntergehst, der älteste Teil des Hauses – aus der Mitte des 16. Jahrhunderts oder vielleicht sogar noch älter. Die Tür hingegen ist jünger, sie stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Wenn du genau hinsiehst, erkennst du an den kleinen Fenstern zum Innenhof die Spuren des ursprünglichen Kellereingangs sowie eine Holztufe, ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert.
Beim Betreten des Hauses, auf der rechten Seite des Eingangsflurs, fällt dir der Rahmen einer zugemauerten Tür ins Auge. Ursprünglich waren diese Türrahmen in lebhaften Farben bemalt, doch die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen und die Farben verblassen lassen. Einst führte diese Tür in die Werkstatt – und später in das Ladengeschäft zur Straße hin.

Über dir kreuzen sich die Renaissance-Gewölbe, meisterhaft errichtet von den geschickten Handwerkern des 14. Jahrhunderts. Ein schmiedeeisernes Gitter aus dem 19. Jahrhundert begrüßt dich am Fuß der Treppe, die in der Zwischenkriegszeit erbaut wurde. Du steigst die Stufen hinauf, voller Neugier, um das obere Stockwerk zu erkunden.
Dort fallen dir als Erstes die charakteristischen Gewölbe des 17. Jahrhunderts ins Auge sowie der Schachbrettboden – zur Hälfte in den 1930er Jahren verlegt, die andere Hälfte erst kürzlich bei der Restaurierung erneuert.
Wenn du nach links blickst, siehst du alte Holztreppen aus dem 17. Jahrhundert und eine Stelle im Boden, die mit dickem Glas bedeckt ist. Durch das Glas kannst du zwei Schichten des Fußbodens erkennen: die erste und älteste aus Stein, aus der Zeit, als das Haus erbaut wurde; die zweite aus gebrannten Ziegeln aus dem 17. Jahrhundert.

Und während du dich zur gegenüberliegenden Seite bewegst, fällt dein Blick unweigerlich auf ein kleines, aber bemerkenswertes Detail – den Abdruck einer Hundepfote, für immer bewahrt in jener Ziegelsteinwand aus dem 17. Jahrhundert.

Es folgen zwei weitere Renaissance-Elemente: die Loggia über dem Hofgang und die Steinsäule, die sie trägt. Ursprünglich war die Loggia offen und die Säule erstrahlte in lebhaften Farben – doch die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen, und die einstige Farbigkeit ist heute nur noch eine Erinnerung.

In der Wohnung 11 (VON SCHÖBELN) entdeckst du Spuren alter Wandmalereien aus dem 19. Jahrhundert, zwei eingemauerte Schränke mit Jugendstil-Türen aus derselben Epoche sowie eine Nische, in der eine Inschrift aus dem Jahr 1826 gefunden wurde – unterzeichnet von den Handwerkern, die das Haus modernisierten. Im oberen Flur kannst du eine gerahmte Reproduktion dieses historischen Dokuments betrachten.
Obwohl sie neu wirken, stammen die restaurierten Türen der drei Wohnungen im Obergeschoss tatsächlich aus dem 19. Jahrhundert.
















